Wie kann mentales Training im Tennis genutzt werden?

Mentales Training oder angewandte Sportpsychologie wird im Tennis von den Spielern/innen sehr häufig für die Leistungsoptimierung eingesetzt. So hat z.B. Swiss Tennis Sportpsychologische oder mentale Trainingsmethoden als ein Standbein in ihr Trainingskonzept integriert. Darüber hinaus üben professionelle Trainer schon mit Athleten im jungen Alter mentale Trainingsformen ein.

Was kannst Du Dir unter mentalem Training im Tennis vorstellen?

Im Tennis werden z.B. Rituale schon sehr früh erlernt und angewandt. Beim Tennis, das viele Unterbrechungen kennt, können Rituale standardmäßig eingesetzt werden. Diese mentale Technik gibt dem Spieler Sicherheit, sie hilft ihm verlorene Punkte abzuhaken und sich für neue Punkte zu motivieren.

Ein sehr viel angewandtes Mentales Training oder Ritual ist z.B. die 16-Sekunden-Kur von Löhr.

Diese wird nach einem gespielten Ball eingesetzt und ist unterteilt in 4 Schritte.

Im ersten Schritt wird der vorhin gespielte Ball verarbeitet. D.h. entweder zeigt der/die Spieler/in bei einem gewonnen Punkt positive Gefühle, führt positive Selbstgespräche oder er/sie kann bei einem verlorenen Punkt seinen/ihren negativen Emotionen Ausdruck verleihen. Zudem geht der/die Spielerin nach hinten, die neuen Bälle holen und sagt sich: „Jetzt kommt der nächste Spielball.“ Diesen oder einen ähnlichen Satz verknüpft er/sie mit einer entsprechenden physischen Bewegung. Im Spitzensport wird hier häufig das Abwischen des Gesichts mit einem Frotteetuch angewandt. D.h. Punkt abhaken und los geht’s mit voller Konzentration auf den nächsten Punkt. Im  Im zweiten Schritt konzentriert sich der Spieler mit den Augen auf einen vorher festgelegten und eingeübten Punkt, sei es das Racket oder sein Schweissband und versucht kurz zu entspannen um Kraft zu tanken. Im dritten Schritt überlegt er/sie sich, wie er/sie den nächsten Punkt spielen möchte. Der vierte Schritt ist dann die standardisierte, vorbereitete Handlung für den Aufschlag oder den Return. Hier sieht man auch, dass jede/r professionelle/r Tennispieler/in sein/ihr eigenes Muster hat. Beim Aufschlag prellt z.B. ein Spieler nur zwei Mal den Ball, eine andere Spielerin tippt ihn fünfzehn Mal auf den Boden. Es gibt Spielerinnen oder Spieler, die zupfen sich vorher immer an den Hosen, andere am Leibchen.

Ein sehr erfolgreicher Tennisspieler, der sehr viele Rituale pflegt ist z.B. Rafael Nadal. Beobachte ihn doch einmal beim Fernsehen, wenn Du das nächste Mal ein Match von ihm schaust. Beim Seitenwechsel in der Pause hat er vor seiner Ruhebank immer zwei Trinkflaschen vor sich aufgestellt. Zuerst nimmt er einen Schluck aus der Einen und dann aus der Anderen. Auch geht er im Spielfeld immer zuerst mit dem rechten Fuß über die Linien, wenn er zur Bank oder zurück auf das Spielfeld geht.

Warum setzt ein/e Spieler/in im Tennis mentales Training und Rituale ein? Es hilft ihm/ihr sich auf den aktuellen Moment zu konzentrieren. Der/Die Spieler/in überlegt nicht „Was habe ich falsch gemacht?“ oder „Was möchte ich in zwei Stunden tun?“ Diese Gedanken und Vorstellungen helfen ihm/ihr überhaupt nicht bei der Bewältigung seiner/ihrer aktuellen Aufgabe: dem nächsten Satz, dem nächsten Punkt, dem nächsten Schlag, sondern er/sie muss konzentriert auf den Moment bleiben, Misserfolge schnell abhaken und bei jedem Ball und jedem Schlag sein/ihr bestes Tennis spielen.

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Mental Training – Was ist das?

Mentaltraining wird immer wieder als Wundermittel bezeichnet. Es soll einem dabei helfen seine Ziele zu erreichen, einen Bewegungsablauf zu erlernen oder Abzunehmen.

Doch was kann Mentales Training  wirklich bewirken?

Unter Mentalem Training wird in der Sportpsychologie das mentale Einüben von Bewegungsabläufen, das Visualisieren von positiven Bildern für z.B. höheres Selbstvertrauen oder Motivation oder das sich Vorstellen von mentalen Handlungsplänen bezeichnet. Eine mentale Trainingseinheit besteht aus einer Entspannungsphase und aus einer Visualisierungs- oder Vorstellungsphase. Um den besten Effekt zu erzielen, sollte die mentale Trainingsübung individuell auf den einzelnen Übenden gestaltet werden. D.h. die mentalen Trainingsübungen, die man im Internet findet, sind gut, entfalten aber nur selten das volle Wirkungspotenzial. Daher ist es ratsam mit einem zertifizierten Mentaltrainer zusammenzusitzen oder noch besser sich von einem ausgebildeten Sportpsychologen sein individualisiertes Trainingsprogramm zusammenstellen zu lassen.

Beim mentalen Training kann man nicht den schnellen Erfolg nach ein- oder zweimal Üben erwarten. Sondern mentales Training fängt erst nach wiederholtem Üben an zu wirken. In verschiedensten Bereichen zeigt Mentaltraining grosse Wirkung. Mehrere Studien zeigen z.B. beim visuellen Erlernen eines Bewegungsablaufes einen Trainingseffekt von bis zu 20%.

Man sollte das Mentale Training auf die sportliche Tätigkeit genau abstimmen um sportlich noch erfolgreicher zu sein.

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